Schnittstelle ohne API: Software ohne Programmierschnittstelle anbinden
Auch Programme ohne API lassen sich anbinden. Wir nutzen dafür, was das System hergibt: einen Datei-Export, einen Austauschordner, SFTP oder den lesenden Zugriff auf die Datenbank. Die Schnittstelle holt die Daten automatisch ab, prüft sie, wandelt sie um und überträgt sie per API an das Zielsystem.
Das Problem: Das Altsystem kann nur exportieren
Viele Betriebe arbeiten mit Software, die seit Jahren zuverlässig läuft, aber keine moderne Schnittstelle hat. Das kann eine lokale Warenwirtschaft sein, eine Branchenlösung oder eine Excel-Liste, die zum zentralen Werkzeug geworden ist. Die Daten kommen nur über einen Export heraus.
Also exportiert jemand jeden Morgen eine CSV-Datei, öffnet sie, korrigiert Spalten und importiert sie im nächsten Programm. Oder die Daten werden gleich ganz abgetippt. Dabei passieren Fehler: falsche Trennzeichen, verrutschte Spalten, Umlaute, die beim Import kaputtgehen, doppelte Datensätze, weil der Export zweimal eingelesen wurde. Und wenn die zuständige Person im Urlaub ist, bleibt der Export liegen.
Wie wir Systeme ohne API anbinden
Wir schauen uns an, welche Ausgänge das System hat, und wählen den stabilsten.
Datei-Export
Viele Programme können CSV, XML oder Excel automatisch in einen Ordner schreiben. Die Schnittstelle holt die Datei dort ab, sobald sie vollständig ist.
SFTP
Liegt das System bei einem Dienstleister, tauschen wir Dateien über einen gesicherten SFTP-Zugang aus, in beide Richtungen.
Datenbank
Hat das Programm eine eigene Datenbank, lesen wir in Absprache mit Ihnen und dem Hersteller direkt daraus. Schreibend nur, wenn das ausdrücklich erlaubt ist.
Import im Zielsystem
Manche Zielsysteme nehmen Dateien entgegen, etwa DATEV über das DATEV-Format. Dann erzeugen wir genau diese Datei.
Geänderte Datensätze erkennen
Ein häufiges Problem: Der Export enthält jedes Mal alle Datensätze, und es gibt kein Änderungsdatum. Die Schnittstelle merkt sich dann für jeden Datensatz einen Fingerabdruck seines Inhalts. Beim nächsten Lauf vergleicht sie und überträgt nur, was neu ist oder sich geändert hat. Gelöschte Einträge erkennt sie daran, dass sie im Export fehlen, und behandelt sie nach einer festen Regel.
Prüfen statt blind importieren
Bevor etwas übertragen wird, prüft die Schnittstelle jede Datei: Stimmen Spalten und Trennzeichen? Sind Pflichtfelder gefüllt? Sind Beträge und Datumsangaben gültig? Passt die Zeichenkodierung? Fehlerhafte Zeilen werden mit Begründung zurückgestellt, der Rest läuft weiter. Jede Datei wird nur einmal verarbeitet, auch wenn sie versehentlich doppelt im Ordner liegt. Alles wird protokolliert, bei Fehlern gibt es einen Alarm.
- Export-Datei wird abgeholt und geprüft nach Zeitplan
- Geänderte Datensätze werden erkannt und umgewandelt je Lauf
- Daten werden per API oder Importdatei übertragen je Lauf
- Rückmeldung wird als Datei zurückgelegt falls gewünscht
Typische Datenobjekte
| Objekt | Typische Quelle | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Artikel und Preise | Export aus lokaler Warenwirtschaft | eindeutige Artikelnummer, Preisformat |
| Aufträge und Rechnungen | Branchensoftware | Steuersätze, Belegnummern, Gutschriften |
| Kunden und Adressen | Datenbank oder Excel-Liste | Dubletten, Schreibweisen, Pflichtfelder |
| Bestände | Lagerprogramm | Takt und Zeitpunkt des Exports |
Wann es einfacher geht
Nicht jeder Export braucht eine eigene Schnittstelle. Wenn Sie einmal im Monat eine Datei importieren und das in wenigen Minuten erledigt ist, lohnt sich der Aufwand kaum. Prüfen Sie auch, ob der Hersteller inzwischen eine API oder ein Update mit Schnittstelle anbietet. Manche Automatisierungsdienste können Dateien aus Cloud-Ordnern verarbeiten. Bei lokalen Datenbanken, eigenen Formaten oder hohen Anforderungen an die Prüfung stoßen sie aber an Grenzen. Mehr dazu im Glossar unter iPaaS und Middleware.
Eine eigene Anbindung lohnt sich, wenn der Export täglich anfällt, Fehler teuer sind oder mehrere Systeme beteiligt sind. Oft ist sie auch der Zwischenschritt, um ein Altsystem weiter zu nutzen, bis ein Wechsel ansteht.
Beispiele nach Branche
Häufig betroffen sind Betriebe mit gewachsener Branchensoftware, etwa im Handwerk, im Großhandel oder in der Logistik. Grundlagen zu Schnittstellen allgemein erklärt das Glossar unter Schnittstelle und Datenmapping.
Ablauf
Im kostenlosen Check (30 Minuten) sehen wir uns an, welche Exporte und Zugänge das System bietet. Am besten schicken Sie uns vorab eine Beispieldatei ohne echte Kundendaten. Innerhalb von 3 Werktagen erhalten Sie ein Festpreis-Angebot, die Umsetzung dauert meist 2 bis 4 Wochen. Details unter Ablauf und Preise.
Häufige Fragen
Kann man eine Software ohne API überhaupt anbinden?
Ja, wenn sie Daten in irgendeiner Form herausgibt: als Datei, über einen Austauschordner oder über ihre Datenbank. Gibt es keinen dieser Wege, sagen wir Ihnen das im Check.
Wie automatisiere ich einen täglichen CSV-Export?
Die meisten Programme können Exporte zeitgesteuert in einen Ordner schreiben. Die Schnittstelle holt die Datei dort ab, prüft und überträgt sie. Kann das Programm das nicht, suchen wir einen anderen Weg, etwa über die Datenbank.
Wie erkennt man geänderte Datensätze ohne Änderungsdatum?
Die Schnittstelle speichert für jeden Datensatz einen Fingerabdruck seines Inhalts und vergleicht ihn beim nächsten Lauf. So werden nur neue und geänderte Datensätze übertragen.
Ist ein direkter Datenbankzugriff erlaubt und sicher?
Das klären wir vorher mit Ihnen und, wenn nötig, mit dem Hersteller. Wir arbeiten mit einem eigenen Benutzer, der nur lesen darf, und greifen nur auf die Tabellen zu, die gebraucht werden.
Was passiert, wenn sich das Exportformat ändert?
Die Schnittstelle erkennt fehlende oder neue Spalten und hält die Verarbeitung an, statt falsche Daten zu übertragen. Sie und wir bekommen einen Alarm. Die Anpassung an das neue Format bekommen Sie als Festpreis-Angebot.
Quellen
- DATEV Hilfe-Dokument 1034038: Buchungsstapel und Stammdaten im DATEV-Format importieren, abgerufen am 20.10.2026
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