Schnittstellen in der Logistik
In der Logistik gehen Sendungsdaten aus dem ERP an Paketdienste, Versandplattformen und Speditionen, Sendungsnummern und Status kommen zurück. Paketdienste bieten meist REST-APIs, Speditionen arbeiten oft mit EDIFACT oder FORTRAS per Datei. Für Paketversand reichen häufig fertige Plattformen. Wir bauen die Verbindung dort, wo Spedition, Sonderformat oder ERP nicht ins Raster passen.
Typische Systemlandschaft
| Bereich | Beispiele | Technik |
|---|---|---|
| ERP oder Warenwirtschaft | JTL-Wawi, Business Central | Aufträge, Lieferscheine, Packstücke |
| Paketdienst | etwa DHL Parcel DE Shipping API | REST mit JSON, Anmeldung per OAuth 2.0 |
| Versandplattform | etwa Sendcloud | API für Labels, Retouren und Tracking |
| Spedition | Stückgut- und Ladungsverkehr | EDIFACT oder FORTRAS, oft als Datei per SFTP |
Zwei Beispiele aus den Dokus: Die DHL Parcel DE Shipping API erstellt Sendungen und Labels, storniert nicht abgeschlossene Sendungen und schließt den Tag per Manifest ab. Getestet wird in einer Sandbox, für den Produktivbetrieb ist eine Freigabe durch DHL nötig. Sendcloud beschreibt eine API, über die Labels direkt aus dem ERP erstellt, Bestellungen importiert und Sendungen verfolgt werden.
Typische Datenflüsse
- Sendung mit Adresse, Gewicht und Packstücken übergeben bei Versandfreigabe
- Label abrufen und drucken sofort
- Transportauftrag an die Spedition senden, etwa als EDIFACT IFTMIN oder FORTRAS-Datei vor Abholung
- Sendungsnummer und Status zurück ins ERP und an den Shop stündlich
Bei Speditionen kommt nach dem Transportauftrag der Rückweg: Statusmeldungen, Abliefernachweise und Abrechnungsdaten. Welche Nachrichten eine Spedition schickt und in welchem Format, steht in ihrer Schnittstellenbeschreibung. Diese Beschreibung ist der Ausgangspunkt jedes Projekts.
Typische Probleme
Speditionen ohne API
Manche Speditionen erwarten Dateien in festen Formaten über SFTP. Ein Standard-Connector für den Paketversand hilft hier nicht.
Rückmeldungen
Sendungsnummer und Zustellstatus kommen nicht im ERP an. Der Kundenservice sucht von Hand.
Formatvarianten
EDIFACT ist ein breiter Standard. Jeder Partner nutzt seine eigene Auswahl an Feldern und Codes.
Fehler bleiben unbemerkt
Eine abgelehnte Datei oder ein abgelaufener Zugang fällt erst auf, wenn Ware liegen bleibt.
Zugänge laufen aus
Paketdienste stellen Anmeldeverfahren um. DHL kündigt etwa an, Basic Auth in künftigen API-Versionen nicht mehr anzubieten und empfiehlt OAuth 2.0.
Beispiele für Verbindungen
- JTL-Wawi an eine Spedition per FORTRAS-Datei über SFTP
- Business Central an einen Paketdienst per REST-API, Sendungsnummer zurück an den Auftrag
- Altsystem ohne API an eine Versandplattform, siehe Anbindung ohne API
So läuft eine Speditionsanbindung ab
Vorgaben einholen
Die Spedition liefert Formatbeschreibung, Testzugang und Ansprechpartner. Wir klären Pflichtfelder, Codes und Dateinamen.
Testdateien austauschen
Wir erzeugen Testsendungen aus Ihrem ERP. Die Spedition prüft sie, bis keine Fehler mehr kommen.
Livegang und Überwachung
Danach läuft der Austausch automatisch. Bleibt eine Rückmeldung aus, schlägt die Überwachung Alarm.
Was wir bauen
Wir verbinden Ihr ERP direkt mit dem Versanddienst oder der Spedition. Bei Paketdiensten über deren API, bei Speditionen über die vereinbarte Datei, etwa EDIFACT oder FORTRAS, mit Abholung und Ablage per SFTP. Jede Sendung wird protokolliert, abgelehnte Dateien und Fehler melden wir sofort. Rückmeldungen schreiben wir ins ERP zurück. Den laufenden Betrieb übernehmen wir auf Wunsch, siehe Betrieb und Monitoring.
Häufige Fragen
Was ist EDIFACT?
UN/EDIFACT ist ein UN-Standard für den elektronischen Austausch von Geschäftsdaten. Für Transporte gibt es Nachrichten wie IFTMIN (Transportauftrag) und IFTSTA (Transportstatus).
Was ist FORTRAS?
Ein Standard für den Datenaustausch zwischen Speditionen. Sendungsdaten gehen als Datei im FORTRAS-Format an die Spedition, häufig per SFTP.
Was kostet die Anbindung einer Spedition?
Eine einfache Verbindung zwischen zwei Systemen beginnt bei 1.900 € netto, der Betrieb ab 149 € im Monat. Den Festpreis nennen wir, wenn die Formatbeschreibung der Spedition vorliegt.
Reicht nicht eine Versandplattform?
Für Paketversand oft ja. Multi-Carrier-Plattformen decken viele Paketdienste ab. Eine eigene Schnittstelle lohnt sich bei Speditionen, Sonderformaten oder wenn Rückmeldungen sauber ins ERP sollen.
Quellen
- DHL Developer Portal: Parcel DE Shipping API, abgerufen am 20.10.2026
- Sendcloud: ERP-Systeme anbinden, abgerufen am 20.10.2026
- ecosio: EDIFACT und EANCOM, Nachrichtentypen, abgerufen am 20.10.2026
- Viya: FORTRAS-Integration (Übertragung per SFTP), abgerufen am 20.10.2026
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