Shop-ERP-Anbindung: Onlineshop und Warenwirtschaft verbinden
Eine Shop-ERP-Anbindung gleicht Artikel, Bestände, Preise und Bestellungen automatisch zwischen Onlineshop und Warenwirtschaft ab. Wir programmieren diese Verbindung direkt über die APIs beider Systeme, mit klaren Regeln, welches System für welche Daten führend ist. Für Standardfälle prüfen wir zuerst, ob ein vorhandener Connector reicht.
Das Problem: zwei Systeme, zwei Wahrheiten
Ohne Anbindung pflegen Sie Artikel doppelt: einmal in der Warenwirtschaft, einmal im Shop. Bestellungen werden aus dem Shop abgetippt oder per Export übernommen. Der Bestand im Shop stimmt nur bis zum nächsten Verkauf im Laden oder auf einem Marktplatz. Dann verkaufen Sie Ware, die nicht mehr da ist, und müssen stornieren.
Umgekehrt erfahren Kunden nicht, dass ihre Bestellung verschickt wurde, weil der Versandstatus in der Warenwirtschaft steht, aber nie im Shop ankommt. Preisänderungen für Großkunden werden im ERP gepflegt und im Shop vergessen. Jeder dieser Fehler kostet Zeit im Kundenservice und manchmal einen Kunden.
Wie wir Shop und ERP verbinden
Am Anfang steht eine einfache Frage: Welches System ist für welche Daten führend? Meist ist die Warenwirtschaft führend für Artikel, Preise und Bestände, der Shop für Bestellungen und Kundendaten aus dem Checkout. Diese Regel schreiben wir fest, damit es keine widersprüchlichen Änderungen gibt.
Technisch nutzen wir die APIs beider Systeme. Shopware 6 bietet zum Beispiel eine Admin-API mit Anmeldung über OAuth und eine Sync-API für Massenänderungen. JTL stellt für JTL-Wawi eine REST-API bereit. Neue Bestellungen melden Shops oft per Webhook, damit sie sofort im ERP landen.
Auf Webhooks allein verlassen wir uns nicht. Shopify etwa versucht eine fehlgeschlagene Zustellung nach eigener Dokumentation bis zu acht Mal innerhalb von vier Stunden und entfernt das Abonnement, wenn die Fehler anhalten. Deshalb gleicht die Schnittstelle zusätzlich in festen Abständen ab, ob alle Bestellungen angekommen sind. Fehlt eine, wird sie nachgeholt. Jeder Vorgang wird protokolliert, Fehler lösen einen Alarm aus.
- Artikel und Varianten werden angelegt und aktualisiert bei Änderung
- Bestand wird übertragen alle paar Minuten oder bei Änderung
- Preise und Kundengruppen-Preise werden übertragen bei Änderung
- Bestellung geht ins ERP, Status zurück in den Shop bei Eingang
- Versand und Sendungsnummer gehen zurück an den Shop bei Versand
Mehrere Shops, Marktplätze und Lager
Schwierig wird es, wenn mehr als ein Kanal am selben Bestand hängt. Verkaufen Sie über zwei Shops, einen Marktplatz und den Laden, muss jeder Verkauf den Bestand für alle anderen Kanäle senken. Die Schnittstelle rechnet deshalb nicht mit dem Bestand eines einzelnen Shops, sondern immer mit dem Stand der Warenwirtschaft. Auf Wunsch halten wir je Kanal einen Sicherheitsbestand zurück, damit es bei gleichzeitigen Bestellungen nicht zu Überverkäufen kommt. Bei mehreren Lagern legen wir fest, welche Lager für welchen Kanal zählen. Diese Regeln stehen im Angebot, damit Sie vorher wissen, wie sich die Schnittstelle in Grenzfällen verhält.
Typische Datenobjekte und Stolpersteine
| Objekt | Richtung | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Artikel, Varianten, Bilder | ERP → Shop | Variantenlogik ist in Shop und ERP oft verschieden aufgebaut |
| Bestände | ERP → Shop | Takt, Reservierungen, mehrere Lager |
| Preise | ERP → Shop | Staffelpreise, kundenindividuelle Preise im B2B |
| Bestellungen | Shop → ERP | Zahlungsart, Gutscheine, Versandkosten, Steuersätze |
| Status und Sendungsnummer | ERP → Shop | Teillieferungen und Retouren |
| Kunden | beide | Dubletten vermeiden, eine eindeutige Kundennummer |
Wie Sie diese Regeln vorab festhalten, beschreibt das Glossar unter Datenmapping.
Wann ein fertiger Connector reicht
Für viele Kombinationen gibt es Plugins, Apps oder Connectoren der Hersteller. Business Central bringt zum Beispiel einen eigenen Connector für Shopify mit. Wenn Ihr Sortiment überschaubar ist, Sie keine kundenindividuellen Preise haben und Ihr Ablauf dem Standard entspricht, ist so ein Connector oft die günstigere Wahl. Das sagen wir Ihnen im Check offen.
Eine eigene Anbindung lohnt sich, wenn der Standard Lücken hat: wenn Zahlungs- oder Versandstatus nicht zurück in den Shop kommen, Varianten nicht sauber übertragen werden, mehrere Shops oder Lager an einem ERP hängen oder ein System gar keinen Connector hat. Ein Vergleich der Wege steht im Ratgeber Connector oder individuell.
Passende Verbindungen
Für einzelne Kombinationen haben wir eigene Seiten: Shopware und JTL-Wawi sowie Shopware und Business Central. Die Systeme selbst beschreiben wir unter Shopware, Shopify, JTL-Wawi und Business Central. Was im Großhandel zusätzlich zählt, steht unter Großhandel.
Ablauf
Im kostenlosen Check (30 Minuten) klären wir, welches System führend ist und welche Objekte in welche Richtung fließen. Innerhalb von 3 Werktagen erhalten Sie ein Festpreis-Angebot. Die Umsetzung dauert meist 2 bis 4 Wochen und wird in einer Testumgebung mit echten Artikeln geprüft, bevor sie live geht. Mehr dazu unter Ablauf und Preise.
Häufige Fragen
Welches System ist führend für Artikel, Preise und Bestände?
Meist die Warenwirtschaft, weil dort Einkauf, Lager und Preise gepflegt werden. Der Shop ist führend für Bestellungen. Wir legen die Regel im Check gemeinsam fest und dokumentieren sie.
Wie oft werden Bestände synchronisiert?
So oft, wie es Ihr Verkauf verlangt. Bei wenigen Verkäufen reicht ein Abgleich in festen Abständen, bei knappen Beständen und mehreren Kanälen übertragen wir Änderungen sofort.
Werden Zahlungs- und Versandstatus zurück in den Shop gespielt?
Ja, wenn Sie das wünschen. Ob eine Standardlösung diese Rückrichtung abdeckt, sollten Sie vorher genau prüfen. Mit Sendungsnummer bekommt Ihr Kunde die Versandbestätigung automatisch aus dem Shop.
Wie werden Varianten und kundenindividuelle Preise übertragen?
Wir bilden die Variantenlogik des ERP auf die des Shops ab und übertragen Preise je Kundengruppe oder Kunde, soweit der Shop das unterstützt. Das klären wir im Check anhand Ihrer echten Artikel.
Reicht der kostenlose Standard-Connector?
Oft ja. Wenn er Ihre Daten vollständig abdeckt, raten wir Ihnen dazu. Eine eigene Anbindung empfehlen wir nur, wenn Lücken bleiben, die Sie heute von Hand schließen.
Quellen
- Shopware Developer Documentation: Integrations and APIs, abgerufen am 20.10.2026
- JTL Developer: API-Versionierung für JTL-Wawi und JTL Cloud, abgerufen am 20.10.2026
- Shopify Dev Docs: Troubleshooting webhooks, abgerufen am 20.10.2026
- Microsoft Learn: Getting started with the connector for Shopify (Business Central), abgerufen am 20.10.2026
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