Vendor-Lock-in
Vendor-Lock-in bezeichnet die Abhängigkeit von einem Anbieter, die einen Wechsel so teuer oder aufwendig macht, dass Kunden faktisch bleiben müssen. Bei Schnittstellen entsteht sie, wenn Abläufe, Daten oder Code nur auf der Plattform des Anbieters laufen und sich nicht mitnehmen lassen.
Erklärung
Lock-in entsteht selten mit Absicht des Kunden, sondern schleichend. Am Anfang ist ein Werkzeug günstig und schnell eingerichtet. Mit der Zeit kommen weitere Abläufe hinzu, Sonderfälle werden in der Plattform gelöst, Mitarbeiter gewöhnen sich an die Oberfläche. Steigen dann die Preise oder ändert der Anbieter seine Bedingungen, wäre ein Wechsel ein komplettes Neuprojekt.
Typische Formen sind: Abläufe, die sich nur im Konto des Anbieters ausführen lassen; proprietäre Formate ohne Export; Lizenzen, an die der Betrieb gebunden ist; und Wissen, das nur beim Anbieter liegt. Auch Plugins und Connectoren können Lock-in erzeugen, wenn der Hersteller sie einstellt oder nicht mehr aktualisiert.
Beispiel aus dem Schnittstellen-Alltag
Ein Unternehmen hat über Jahre dreißig Abläufe in einer iPaaS-Plattform aufgebaut. Mit wachsendem Volumen steigt der Tarif. Ein Umstieg würde bedeuten, alle dreißig Abläufe in einem anderen Werkzeug neu zu bauen und neu zu testen, denn ein Export in ein lauffähiges anderes Format ist nicht vorgesehen. Das Unternehmen bleibt, obwohl es eigentlich wechseln möchte.
Wie Sie Lock-in vermeiden
- Vertraglich festhalten, dass Ihnen der Code und die Dokumentation gehören.
- Offene, dokumentierte Formate und Standard-APIs bevorzugen.
- Betrieb und Entwicklung trennen: Der Betrieb sollte kündbar sein, ohne dass die Schnittstelle verloren geht.
- Vor dem Kauf fragen, was bei Kündigung oder Einstellung des Produkts passiert.
Abgrenzung zu verwandten Begriffen
- iPaaS: praktisch, aber anfällig für Lock-in, weil die Abläufe beim Anbieter liegen.
- Middleware: kann Lock-in erzeugen, wenn sie einem Anbieter gehört.
- Direkte Schnittstelle: mit eigenem Code der wirksamste Schutz.
Bezug zu unseren Leistungen
Bei myInterface gehört Ihnen der Code der Schnittstelle. Der Betrieb ist monatlich kündbar. Sie können die Schnittstelle danach selbst betreiben oder von jemand anderem betreuen lassen. Mehr dazu im Ratgeber Zapier-Alternative und unter Betrieb und Monitoring.
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